hot&snow Waldbrand, Gewitter & Schnee in Europa

Schnee

Die Lawinengefahrenskala — wie man einen Lagebericht liest

Die europäische Lawinenskala hat fünf Stufen und gilt einheitlich in den Alpenländern und der Tatra. Das häufigste Missverständnis ist, sie für linear zu halten. Sie ist es nicht — der Schritt von 2 auf 3 vervielfacht das Risiko, statt es um ein Fünftel zu erhöhen.
Die Lawinengefahrenskala — wie man einen Lagebericht liest

Die fünf Stufen

Lageberichte geben die nationalen Lawinenwarndienste heraus: TOPR in der Tatra, EAWS für die Alpen, Varsom in Norwegen. Die Skala ist identisch — einmal verstanden, gilt sie überall.

1 — geringSchneedecke allgemein gut verfestigt. Lawinen nur bei großer Zusatzbelastung an extrem steilen Hängen möglich.
2 — mäßigAn steilen Hängen mäßig verfestigt. Lawinen vor allem bei großer Zusatzbelastung. Die Stufe mit den meisten Todesfällen — weil sie harmlos klingt.
3 — erheblichSchwach bis mäßig verfestigt. Lawinen bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich, also durch einen einzelnen Skifahrer. Die meisten tödlichen Unfälle passieren bei Stufe 3.
4 — großAn den meisten Hängen schwach verfestigt. Lawinen bei geringer Zusatzbelastung wahrscheinlich, spontane große Lawinen möglich.
5 — sehr großAußergewöhnliche Situation. Zahlreiche große spontane Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände. Eine Tour scheidet aus.

Achte auf Stufe 3. Statistisch fordert sie die meisten Todesopfer, weil das Gelände noch einladend aussieht, zur Auslösung aber bereits das Gewicht einer Person genügt.

Was die Skala nicht sagt

Die Stufe gilt für eine Region, nicht für einen konkreten Hang. Innerhalb derselben Stufe 3 gibt es völlig sichere Hänge und solche, bei denen ein Schritt reicht.

  • Der Lagebericht nennt immer die kritische Exposition und Höhenlage — wichtiger als die Zahl.
  • Ab etwa 30 Grad Hangneigung treten Schneebrettlawinen überhaupt erst auf.
  • Frischer Wind verfrachtet Schnee zu Polstern im Lee — der häufigste Auslösepunkt.
Weitere Ziele

Verwandte Artikel

Mindestausrüstung

LVS-Gerät, Sonde und Schaufel sind ein untrennbarer Satz. Ein LVS ohne Schaufel ist nutzlos — einen Verschütteten aus einem Meter Lawinenschnee mit den Händen auszugraben ist in überlebbarer Zeit physisch unmöglich.

Die Überlebensrate fällt nach 15 Minuten Verschüttung steil ab. Das bestimmt die reale Zeit einer Gruppe — fremde Hilfe kommt nicht rechtzeitig.

Notruf in den Alpen und in Polen: 112. In der Tatra zusätzlich TOPR: +48 601 100 300.

Werkzeuge aus unserem Netzwerk

Vor der Fahrt ebenfalls prüfen

Dienste aus unserer Hand — Routenplanung, Verkehrswarnungen und Kostenkontrolle im Haushalt.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Wie viele Stufen hat die Lawinenskala?
Fünf, von 1 (gering) bis 5 (sehr groß). Die Skala gilt europaweit einheitlich.
Bei welcher Stufe sterben die meisten Menschen?
Bei Stufe 3 (erheblich). Das Gelände wirkt noch einladend, und das Gewicht eines einzelnen Skifahrers genügt zur Auslösung.
Bedeutet Stufe 2, dass es sicher ist?
Nein. Sie bedeutet mäßige Gefahr. Unfälle bei Stufe 2 passieren regelmäßig, gerade weil sie harmlos klingt.
Ab welcher Hangneigung gehen Lawinen ab?
Meist ab 30 Grad. Darunter sind Schneebrettlawinen selten, eine Verschüttung von oben bleibt aber möglich.
Was bedeutet Exposition im Lagebericht?
Die Himmelsrichtung, in die ein Hang zeigt. Der Bericht nennt die gefährdetsten Expositionen — meist Leehänge mit Windverfrachtung.
Reicht ein LVS-Gerät allein?
Nein. LVS, Sonde und Schaufel wirken nur zusammen. Ohne Schaufel ist eine Bergung in überlebbarer Zeit unmöglich.
Veröffentlicht diese Seite Lawinenlageberichte?
Nein. Verbindlich sind die nationalen Lawinenwarndienste — TOPR, EAWS, Varsom und regionale Entsprechungen.

Alle Artikel in dieser Sprache