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Schnee

Schnee in den Alpen — wann er fällt und welche Pässe zuerst sperren

Alpenschnee fällt nicht gleichmäßig. Dieselbe Wolke, die auf 800 Metern Regen bringt, liefert zweihundert Meter höher Nassschnee und auf 1600 Metern Pulver. „Niederschlag laut Prognose” sagt deshalb wenig — entscheidend ist die Temperatur in der jeweiligen Höhe.
Schnee in den Alpen — wann er fällt und welche Pässe zuerst sperren

Schnee- und Temperaturkarte

Die Karte zeigt standardmäßig die prognostizierte Neuschneemenge. Wichtiger ist jedoch die zweite Schaltfläche: die Temperatur. Sie entscheidet, ob der Niederschlag als Schnee liegen bleibt.

Windy.com · Schnee und Temperatur

Schneekarte

Standardmäßig siehst du die prognostizierte Neuschneemenge. Wechsle zur Temperatur, um zu prüfen, ob der Niederschlag als Schnee fällt oder in Regen übergeht.

Modellprognose, keine amtliche Warnung. Passsperrungen und Kettenpflicht geben die nationalen Straßenbehörden bekannt.

Faustregel: Liegt der Gefrierpunkt am Boden, verläuft die Schneefallgrenze meist 200–300 Meter unter der in der Prognose genannten Nullgradgrenze, weil fallender Schnee die Luft um sich herum abkühlt. Bei kräftigem Niederschlag sinkt sie weiter und überrascht Autofahrer im Tal.

Welche Pässe zuerst schließen

Die Reihenfolge ist in den Alpen berechenbar. Sie ergibt sich aus Höhe und Exposition, nicht aus Verwaltungsentscheidungen.

  • Timmelsjoch (2474 m, Österreich–Italien) — meist als Erstes gesperrt, oft schon im Oktober, Öffnung im Mai.
  • Großglockner Hochalpenstraße (2504 m) — Mautstraße, im Winter komplett gesperrt.
  • Furka, Grimsel, Susten (Schweiz, 2200–2400 m) — von Oktober bis Mai geschlossen.
  • Stilfser Joch (2757 m, Italien) — höchster befahrbarer Pass der Ostalpen, im Winter gesperrt.
  • Brenner (1370 m) — ganzjährig über die A13/A22 befahrbar, bei Schneefall mit Einschränkungen.

Wer zwischen November und Mai unterwegs ist, plant über Tunnel und Autobahnen statt über Pässe — auch wenn das Navi eine kürzere Route anbietet.

Weitere Ziele

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Was tun, wenn der Schnee unterwegs kommt

Der häufigste Fehler ist Weiterfahren „nur noch ein Stück”. Wer in einer Alpenkehre die Traktion verliert, fährt nicht mehr an und blockiert alle hinter sich.

  • Ketten vor der Steigung montieren, auf einem Parkplatz, nicht am Hang.
  • Bergab mit der Motorbremse fahren, ein Gang niedriger als gewohnt.
  • Den Schneepflug nie überholen — geräumt ist hinter ihm, nicht davor.
  • Wasser, Decke und Powerbank mitnehmen. Ein Stau am Pass kann Stunden dauern.

Der Notruf in der gesamten EU lautet 112. Straßenzustände melden die nationalen Betreiber: ASFINAG in Österreich, TCS in der Schweiz, Autostrade und ANAS in Italien.

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Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Wann fällt in den Alpen üblicherweise der erste Schnee?
Oberhalb von 2000 Metern gibt es Schneeschauer schon im September. Eine dauerhafte Decke auf Skigebietshöhe (1500–1800 m) bildet sich meist im November, die Schwankung zwischen den Jahren beträgt jedoch mehrere Wochen.
Bedeutet eine Niederschlagsprognose Schnee?
Nein. Prognosen geben den Wassergehalt an. Über die Form entscheidet die Temperatur — deshalb lohnt der Wechsel auf die Temperaturebene und der Blick auf den Wert für die eigene Höhenlage.
Was ist die Schneefallgrenze?
Die Höhe, oberhalb derer Niederschlag als Schnee fällt. Sie ist nicht konstant und sinkt bei kräftigem Niederschlag, weil schmelzender Schnee die Umgebungsluft abkühlt.
Sind Schneeketten in den Alpen Pflicht?
Das hängt vom Land und von der aktuellen Beschilderung ab. In Österreich und Italien gilt die Pflicht auf bestimmten Abschnitten, sobald das Schild steht. Die Regeln behandeln wir in einem eigenen Artikel zur Winterausrüstung.
Welcher Alpenpass ist der höchste?
Col de l'Iseran in Frankreich, 2764 m. Der höchste der Ostalpen ist das Stilfser Joch mit 2757 m. Beide sind im Winter gesperrt.
Woher stammen die Kartendaten?
Aus dem ECMWF-Modell, bereitgestellt über Windy.com. Es handelt sich um eine Modellprognose, nicht um Sensorwerte und nicht um eine amtliche Warnung.
Gibt diese Seite Warnungen heraus?
Nein. Wir zeigen Prognosen und Satellitendaten zur Orientierung. Verbindlich sind die Meldungen der nationalen Wetter- und Straßendienste.

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